Den Schmerz einer Trennung können wir dir nicht nehmen – aber wir können dir Tipps geben, wie sie fair verlaufen kann.

Von: Anna, 26 Journalistin aus Winterthur

Von: Anna, 26
Journalistin aus Winterthur

Die ersten Zweifel
Fair schlussmachen beginnt schon während der Beziehung. Wenn du dich unwohl fühlst oder anfängst zu zweifeln, friss nicht alles in dich hinein, bis du plötzlich explodierst. Wenn du erst alles mit dir selbst ausmachst und dann dein_e nichtsahnende_r Partner_in unvermittelt vor vollendete Tatsachen stellst, kann das unnötig viel Schmerz und Wut produzieren. Sprich mit deine_r Partner_in darüber, was dich beschäftigt. Vielleicht findet ihr so raus, wie ihr an eurer Beziehung arbeiten könnt. Vielleicht aber auch, wie ihr euch so trennen könnt, dass es für beide stimmt.

Die Entscheidung
Wenn es keinen Weg mehr daran vorbei gibt, sei dir ganz, ganz sicher, dass du schlussmachen willst. Sprich wenn möglich zuvor mit einem anderen dir nahestehenden Menschen darüber oder schreib die Gründe für deinen Entschluss auf. Während des Schlussmachens kann es sein, dass du zweifelst und dich auf ein On-Off-Chaos einlässt. Darum ist es wichtig, dass du dir schon zuvor ganz sicher bist, dass du die Beziehung beenden willst. 

Der Ort
Vielen Leuten hilft es, zu spazieren oder sich im ländlichen Nirgendwo auf eine Bank zu setzen. Situationen mit vielen Menschen, wie etwa Festivals, Partys oder gut besuchte Stadtparks, können unangenehm sein.

Der Zeitpunkt
Wähl ein akzeptables Timing. Halte das Gespräch nicht, wenn jemensch von euch beiden kurz danach noch Pläne hat. Überlege, ob dein_e Partner_in in den kommenden paar Tagen Prüfungen, Bewerbungsgespräche oder andere wichtige Termine hat, bei denen er_sie wirklich fit sein sollte.

Das Medium
Trefft euch persönlich. Der einzige Grund, nicht face-to-face schlusszumachen, ist eine grosse, langfristige Distanz. Oder wenn du befürchtest, dein_e Partner_in könnte gewalttätig reagieren. Im letzteren Fall wende dich bitte unbedingt an einen Vertrauensmenschen oder eine professionelle Person (siehe Erste-Hilfe-Seite, S__). Sie können dir helfen, aus problematischen, missbräuchlichen Beziehungen rauszukommen.

Die Begründung
Für viele Menschen ist es einfacher, eine Trennung zu akzeptieren, wenn ihnen die Gründe dafür einleuchten. Deswegen lohnt es sich, hier sehr ausführlich zu sein. Was du dabei vermeiden solltest, sind Vorwürfe. Für die ist es beim Schlussmachen zu spät. Formuliere stattdessen alles in Ich-Botschaften. Wenn du dir nicht sicher bist, was die Gründe sind, und es «einfach ein Gefühl» ist, dann beschreib eben dieses Gefühl. Sei aber auch vorsichtig: Gründe, die deine_n Partner_in unnötig runterziehen könnten, hebst du besser für später auf. 
Ausserdem: Selbst dann, wenn du noch so fühlst, sag besser nicht «Ich liebe dich noch immer» oder «Vielleicht kommen wir ja wieder zusammen» – und auch nicht «Wir können ja Freund_innen bleiben».

Die Funkstille
Ob mensch mit dem_der Ex befreundet sein kann, ist von Person zu Person verschieden. In den ersten Tagen, Wochen und vielleicht sogar Monaten empfiehlt es sich aber, den Kontakt mit dem_der ehemaligen Partner_in auf einem Minimum zu halten. Am besten sprecht ihr darüber, ob ihr euch einvernehmlich und vorübergehend auf Social Media blockieren wollt (stalken macht nie glücklicher). Und nicht zuletzt: Falls eure Beziehung auch eine sexuelle war, empfiehlt es sich, nach der Trennung auch nicht mehr miteinander zu schlafen. Welches Verhältnis ihr später zu- und miteinander haben wollt, steht euch frei – aber das Entlieben braucht viel (!) Zeit und Abstand. Überwindet euch dazu, um noch mehr Chaos und Traurigsein zu verhindern.

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