In Serien wie Faking It, Orange Is The New Black, Sense8, The Fosters, Transparent und in der Web Serie Her Story (2016) werden trans*, inter* und geschlechts-nicht-konforme Charaktere deutlich besser und positiver dargestellt, als noch vor 10 Jahren. Aber wie sieht es mit Filmen aus? Wir haben für euch eine kleine Auswahl zusammengestellt. Von: Andrea und Alexis

 

Fucks-U-Up‘oMeter

Fucks-U-Up‘oMeter

52 Tuesdays (2013)

16_52Tuesdays.jpg

Der über 52 Dienstage gedrehte australische Dramafilm, thematisiert die Transition von James, gespielt von geschlechts-nicht-konformen Schauspieler_in Del Herbert-Jane, die Beziehung zwischen James und seiner 16jährigen Tochter Billie, sowie Billies Umgang mit dem Erwachsenwerden. Mit tiefen und echten Charakteren fasziniert dieser Film und somit sehenswert für die falschsexuelle und andersgeschlechtliche Leserschaft.

Fucks-U-Up’oMeter schwankt zwischen 3-5
Trigger: Depressionen, Gewalt, Pornographie

 

Boy meets Girl (2014)

In dieser Coming-of-age Geschichte, spielt Trans-Schauspieler_in Michelle Hendley die charismatische Ricky. Unterstützt von ihrer Familie und ihrem besten Freund Robby, gestaltet sich ihr Leben in der südlichen Kleinstadt doch nicht immer einfach. Als Ricky ihren neuen Flirt, die quirlige Francesca trifft kommt die Geschichte erst richtig ins Rollen. Mit viel Gefühl aber auch viel Humor manövriert sich Boy Meets Girl durch das Teenage-Drama samt Happy Ending. 

Fucks-U-Up’oMeter schwankt zwischen 2-3
Trigger: Gewalt, Nacktheit, Selbstverletzung, Suizidalität

 

Boys don‘t cry (1999)

Dieses, auf einer wahren Geschichte beruhende Drama aus den USA, dreht sich um den jungen Transmann Brandon Teena, der seinen Heimatort verlässt um ein neues Leben anzufangen. In einem kleinen Ort, ein paar Fahrstunden entfernt, schließt er sich einer neuen Clique an, doch die anfängliche Euphorie hält nicht lange. Technisch, cinematographisch, schauspielerisch alles top, aber mental einfach ein tief deprimierender Film. 

Fucks-U-Up’oMeter schwankt zwischen 5-7
Trigger: Gewalt, Misshandlung, Mord, Selbstverletzung, Vergewaltigung

 

Gun Hill Road (2011)

Der aus dem Gefängnis entlassene Enrique ist auf dem Heimweg zu seiner Frau Angela, welche in seiner Abwesenheit eine Affäre begann, sowie seiner Tochter Vanessa, einer jungen Transfrau, im Prozess ihrer Transition und Coming-outs. Mit Harmony Santana als Vanessa Rodriguez, ist das US-amerikanische Familiendrama einer der ersten Filme mit tatsächlicher Trans*Besetzung und definitiv lohnenswert sich anzuschauen.

Fucks-U-Up’oMeter schwankt zwischen 3-5
Trigger: Gewalt, Misshandlung, Selbstverletzung, Vergewaltigung

 

Romeos (2011)

Der 20jährige Lukas, beginnt gerade seinen Zivildienst, wo er, nach langer Zeit, seine beste Freundin Ine wiederfindet. Die sich schon in der falschsexuellen Szene Kölns eingelebt hat. Auf einer Party trifft Lukes auf den jungen gut-aussehenden Fabio und der Flirt beginnt. Der deutsche Coming-of-age Spielfilm zeigt die Sicht eines jungen Transmannes in der Schwulen-Community und ist somit ein Muss für Leser_innen des Milchbüechlis

Fucks-U-Up’oMeter schwankt zwischen 1-4
Trigger: Ableismus, Gewallt, Sexueller Übergriff

 

Tangerine (2015)

Dieses US-amerikanische Comedy-Drama lässt sich am Besten als unkonventionell aber charmant beschreiben. Die beiden Trans-Schauspieler_innen, Mya Taylor und Kiki Rodriguez erzählen die Geschichte der zwei Sex-worker_innen Sin-Dee Rella und deren beste Freundin Alexandra. Der mit drei iPhone’s 5S gefilmte Film, lässt den darauffolgenden ereignisreichen Tag, wirken als ob Mensch sich selbst mitten der farbenprächtigen Geschichte befindet. 

Fucks-U-Up’oMeter schwankt zwischen 1-3
Trigger: Drogen, Gewalt, Prostitution


Früh schon in der Recherche zu Trans* in Film haben wir festgestellt, das weit aus mehr Filme mit Trans*weiblichen Charakteren besetzt sind, als mit Trans*männlichen. Geschlechts-nicht-konforme Charaktere sind selten und nicht-binäre Geschlechter bleiben unerwähnt. Ebenfalls sind die Linien zwischen Trans*identität und Cross-Dressing oft unklar definiert. Wahrscheinlich ist der argentinische Film XXY (2007) bis heute der einzige Film dessen Hauptcharakter Inter*sex ist. Und obwohl in den letzten 10 Jahren Filme und Serien trans*, inter* und geschlechts-nicht-konforme Charaktere realer wiedergeben, teils sogar mit tatsächlicher Trans*Besetzung  – scheint es doch noch so, als kommt mensch nicht herum wieder einen einsamen leidenden Tragik-Charakter zu schaffen, wessen nicht-cis-sein eine Bürde für Cis-Angehörige ist.
Wir, von der Milchjugend wünschen uns diversere und positivere Repräsentation von trans*, inter* 
und geschlechts-nicht-konformen Charakteren.

Weitere Artikel lesen...

2 Comments