AM 3. NOVEMBER WAR ES WIEDER SOWEIT. EINES DER HIGHLIGHTS UNSERES MILCHJUGEND-JAHRES HATTE BEGONNEN: DIE MILCHREISE.

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  Lou, 20   Student_in aus Zürich

Lou, 20

Student_in aus Zürich

Siebzig junge queere Menschen reisten an die Milchreise und wurden am Bahnhof Aarburg von einem fröhlichen und mit Regenbogenflaggen ausgestatteten Empfangsteam begrüsst.
In unserem Wochenendlager bezogen die Teilnehmenden Zimmer, dekorierten Räume, begrüssten die langjährigen Bewohner_innen der Milchjugend-Welten und lernten Neue kennen. Alle schrieben Namen und Pronomen auf ihre Namensschildchen, die die anderen mit einer in der restlichen Welt leider unbekannten Selbstverständlichkeit respektierten und benutzten.
Die Milchreise stand dieses Jahr ganz im Zeichen der Intersektionalität: Nach einem Vortrag über Queer-History und verschiedenen Grundlagen- workshops zu falschsexuellen Identitäten und Lebensweisen wurde eine «Menschenbibliothek» im Haus verteilt. Mensch konnte sich dort andere Menschen mit unterschiedlichsten Erfahrungen, Identitäten und Lebensweisen «ausleihen» und sich zu allen möglichen Facetten von sexuellen, romantischen und Geschlechts-Identitäten informieren. Falschsexuell kann nämlich unglaublich Vieles bedeuten, das wurde uns an der ganzen Reise in wunderbarer Farbenpracht vorgelebt. Mensch konnte alles fragen, was er_sie schon immer übers Trans- oder Non-Binary-Sein, über Polyamorie, Asexualität, Pan- und Bisexualität wissen wollte.
In verschiedensten Diskussionen und Workshops heckten wir schliesslich aus, wie wir die Weltherrschaft übernehmen – oder zumindest mit der Milchjugend unser Umfeld ein bisschen bunter und offener machen können. Es war ein Wochenende voller Liebe, Akzeptanz und Lernen. Wir haben unseren Kampfgeist erfrischt und versucht, uns gegenseitig Sicherheit zu geben und unser wunderschönes falschsexuelles Selbstbewusstsein zu stärken. Wenn’s doch einmal zu viel wurde oder Schwierigkeiten gab, war ein Care-Team mit offenen Ohren und Armen unterwegs, um weiterzuhelfen.
Ausserdem sorgte unser grossartiges Küchenteam mit ihren Menus und die vielgenutzte Kaffeemaschine dafür, dass mensch trotz wenig Schlaf die nöige Energie hatte, zwischen den Workshops Musik zu machen, Spiele zu spielen, Einhorn-Rennen und -Kämpfe zu veranstalten und sich natürlich ganz viel auszutauschen.

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