Dylan Marron ist der neue falschsexuelle Star am Internet-Himmel. Mit unterhaltsamen Clips macht er auf Ungerechtigkeiten aufmerksam und schafft es noch fast jedes Mal, uns ein Schmunzeln ins Gesicht zu zaubern.

Tobi, 23   Student aus Zürich

Tobi, 23

Student aus Zürich

«Happy Heterosexual Pride!» Das wünscht Dylan Marron in einem seiner ersten Videos den Zuschauer_innen. Und das meint er natürlich nicht ganz ernst. So versucht er dem Publikum weiszumachen, dass der Auszug aus dem Paradies von Eva und Adam der erste Heterosexual Pride March gewesen sei und dass die Hetero_as das Medium Film erfunden hätten, um endlich auch darin vertreten zu sein.

Voller Ideen

Berühmt geworden ist er durch seine Unboxing-Clips. Diese Videos lehnen sich an Clips an, in denen Nerds Computer, Handys und andere Dinge aus ihren Verpackungen schälen. Dylan aber nimmt gesellschaftliche Missstände aufs Korn, zum Beispiel packt er in einem Video Männlichkeit aus. Auf der Box steht da schon gross «No Homo» und den Inhalt der Schachtel darf er nur mit Samthandschuhen anfassen – «weil dieses Produkt zwar stark aussieht, aber eigentlich extrem fragil ist.» Im Paket sind dann allerhand Dinge, so zum Beispiel ein Massstab, um «irgendein beliebiges Körperteil zu messen».

Gerade hat Dylan eine neue Serie begonnen «Conversations with people who hate me»: Er ruft Menschen an, die ihm eine Hass-Botschaft in den Kommentarspalten hinterlassen haben. Erstaunlicherweise ergeben sich dabei gar nicht mal so schlechte Gespräche und es entlarvt jene Trolls, die sich gar nicht bewusst sind, dass ein echter Mensch hinter den Videos von Marron steckt.

Spannend sind auch seine Videos, wo er ganz verschiedene Menschen einlädt – Muslim_innen, Dragqueens, autistische Menschen – und sie mit Bullshit-Aussagen zu ihrer Identität konfrontiert, auf die sie dann gewitzt und schlagfertig antworten.

Farbenblind

Dylan selbst hat venezolanische Wurzeln und weiss auch, was es bedeutet, auf verschiedenen Ebenen diskriminiert zu werden – einerseits wegen seiner dunkleren Hautfarbe und andererseits, weil er schwul ist. Selbst in New York, wo er aufgewachsen ist, gab und gibt es für ihn viele Hindernisse als Schauspieler und Regisseur. Auch dieses Problem thematisiert er in seinen Videos. So hängt er alle Szenen aus Blockbuster-Filmen aneinander, in denen people of color etwas sagen. Das Video zu Harry Potter dauert beispielsweise sechs Minuten – für alle acht Filme zusammen!

Positive Energie

Doch Dylan verzagt deswegen nicht. Immer gelingt es ihm mit seinem Schalk und seinem Humor und ganz viel Augenzwinkern den Ewiggestrigen so lange auf die Nerven zu gehen, bis auch die es endlich kapiert haben. Natürlich mit ganz viel falschsexuellem Charme.

 

Seinen YouTube Channel findest Du hier: youtube.com/dylanmarron

Hier findest Du Dylan Marron auf Facebook: facebook.com/dylanmarronpage

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