Dieses Mal: Das erste Coming-Out als trans*

Erzählt von Kim, 23

Meine ersten Kontakte mit dem Thema «Trans», und «Transmännlichkeiten» waren nicht wirklich positiv. In den Medien wurden Trans*Menschen fast immer als unglücklich portraitiert– und nur einer war glücklich, nämlich Balian Buschbaum, mit der Begründung das sei er nur, weil er vorher intensiv Sport betrieben habe und darum einen athletischen Männerkörper bewohne. Als ich das erste Mal mit einem Trans* Mann im Internet schrieb, wurde ich von ihm nicht ernst genommen, weil ich mein eigenes Transsein erst am Andenken war und mich noch nicht klar positionierte.

Auf mein erstes inneres Outing folgte deshalb erstmal Verdrängung. Dann aber hatte ich ein unerwartet positives Erlebnis: Eine Lehrperson an meiner Schule outete sich als Trans*Mann. Das führte auch zu meinem zweiten inneren und ersten äusseren Outing. Ich war begeistert davon, dass er trans* sein kann und darf und das auch macht. Und ich sah eine reale Chance darin, dass ich auch trans* sein kann und darf und das machen möchte. Und das machte ich dann auch!

Ich outete mich als trans*, empowert, glücklich. Als ich recherchierte, fand ich auch andere Trans*Menschen, die empowert und glücklich sind. Und ich war froh, dass dieser Lehrer mir Mut gemacht hatte, seine Sichtbarkeit meine Sichtbarkeit förderte, und meine Sichtbarkeit vielleicht zur Sichtbarkeit Anderer führt.

Ich freue mich jeden Tag über die Sichtbarkeit von Trans*Menschen. Dicken und dünnen, traurigen und glücklichen, schwarzen, schwulen, behindert werdenden, religiösen und atheistischen und allen anderen. Und bin froh, dass ich inzwischen nicht mehr nur negative Bilder im Kopf habe.

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