Hier sind einige Dinge, die helfen, wenn es mir nicht gut geht. Vielleicht findest du darunter etwas, das dir ebenfalls hilft. Manchmal ist es auch nötig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Am Ende des Textes stehen einige Anlaufstellen, an die du dich wenden kannst.

Nadia, 20  Schülerin aus Maur

Nadia, 20

Schülerin aus Maur

•    Nimm ein heisses Bad, höre deine Lieblingsmusik, mach dir einen heissen Tee, geh raus spazieren oder male ein Bild – tu, was immer dir gut tut. Du kannst auch in einer Stunde noch auf den Test lernen. Das hier ist wichtiger.

•    Schreib alle Gedanken auf, die dir durch den Kopf gehen. Manchmal hilft es, wenn du sie auf dem Blatt sortierst. Wenn du willst, kannst du das Papier anschliessend symbolisch in Stücke reissen.

•    Zieh dir die Kleider an, in denen du dich am wohlsten fühlst. Wenn du sowieso schon gestresst und nervös bist, wird das ein kratzendes Shirt oder eine zu enge Hose nur noch verstärken.

•    Bei einer Angst­ oder Panikattacke hilft es, für 4 Sekunden einzuatmen, den Atem 7 Sekunden anzuhalten und dann für 8 Sekunden auszuatmen.

•    Wenn du dich niedergeschlagen fühlst, kann es helfen, wenn du zu deiner liebsten (Queer)­Hymne durchs Zimmer tanzt, hüpfst oder stampfst.

•    Versuch, genug zu essen und zu schlafen. Gerade in Zeiten, in denen es dir nicht gut geht, kommt das oft zu kurz – doch wenn deinem Körper diese essenziellen Dinge fehlen, fehlt auch die Energie, um das Tief zu überstehen.

•    Manchmal hilft es auch, wenn du dich ganz auf eine bestimmte Sinnes­wahrnehmung konzentrierst. Das kann dein Lieblingstee, das Fell deines Hundes oder eine gut duftende Handcreme sein – Hauptsache, es stimmt für dich.

•    Wenn du alleine sein willst, ist das okay. Aber hab keine Angst davor, um Hilfe zu bitten – egal ob von Freund*innen, deiner Familie oder auch von einer Fachperson. Deine Gefühle sind wichtig.

•    Erinnere dich daran – wenn alles, was du heute schaffst, ist, irgendwie den Tag zu überstehen, wenn du es nicht mal schaffst, aufzustehen, um zu duschen, dann ist das okay. Du gibst dein Bestes. Zur Hölle mit dem Rest.

•    In Notfällen kannst du dich jederzeit an das Beratungstelefon für Kinder und Jugendliche (Tel. 147) oder an die Dargebotene Hand (Tel. 143) wenden. Beide sind 24 Stunden erreichbar und du kannst anonym bleiben, wenn du das willst. Falls du nicht telefonieren magst, kannst du auch eine SMS an 147 oder eine Mail an www.u25­schweiz.ch schreiben, dort betreuen dich ausgebildete Peerberater*innen zwischen 17 und 25 Jahren.

Und was ich dir noch sagen wollte: Es wird bes­ser. Ich weiss, im Moment fühlt es sich so an, als würdest du es nicht schaffen, als hättest du kei­ne Kraft mehr, aber das geht vorbei. Du wirst das hier überstehen, und du wirst wieder frei atmen können. Das verspreche ich dir. Du bist wertvoll. Du wirst geliebt. Du bist genug.

 

Adressen

Der Checkpoint Zürich (Konradstrasse 1, Zürich) bietet jeden Monat am zweiten Donnerstagvon 18–21 Uhr persönliche Beratung ohne Voranmeldung. Ebenso kannst du dich für einen Termin ausserhalb dieser Zeiten anmelden (fachstelle­zh@transgender­network.ch).

Der Checkpoint Vaud (Rue du Pont 22, Lausanne) bietet persönliche Beratung nach Vereinbarung trans@profa.ch, 021 631 01 77  

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