Luisa, 21   Studentin aus Winterthur

Luisa, 21

Studentin aus Winterthur

Queere Menschen gab es schon immer und überall. So gab es natürlich auch schon immer – und man könnte sogar behaupten, besonders viele – falschsexuelle Menschen in der Kunst. Für manche queere Künstler_innen ist die eigene Identität ein zentraler Teil ihrer Kunst, im Werk von anderen ist sie weniger ersichtlich.

Leonardo da Vinci

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(1452 – 1519)

Da Vinci war ein Maler, Bildhauer und Erfinder der Italienischen Renaissance. Von ihm stammt auch die Mona Lisa, das wahrscheinlich berühmteste Gemälde aller Zeiten.

Über da Vincis Sexualität sind sich Historiker_innen bis heute nicht einig. Da Vinci hat nie geheiratet und eine Beziehung zu einer Frau ist nicht überliefert. Hingegen hatte er eine sehr intime Beziehung zu seinem Schüler Salaj, über die schon einige seiner Zeitgenoss_innen Sprüche gemacht haben. Da wir aber Jahrhunderte nach ihm leben, können wir nicht mehr tun als spekulieren.

 

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Amrita Sher-Gil

(1913 – 1941)

Sher-Gil war eine indisch-ungarische Künstlerin. Sie lebte ihre Sexualität offen und experimentell aus, wofür sie nicht immer Zustimmung fand. Obwohl sie in Paris auf eine Kunstschule ging, bevorzugte Sher-Gil Indien, um zu malen. In ihren Bildern beschäftigte sie sich intensiv mit der indischen Kultur, Frauenkörpern und ihrer eigenen sexuellen Identität.

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Sonja Sekula

(1918 – 1963)

Sekula wuchs in Luzern auf und zog im Verlauf ihres Lebens mehrmals zwischen den USA, der Schweiz und Frankreich hin und her. Sekulas Kunst ist expressionistisch und meist abstrakt. Sie hatte zeitlebens psychische Probleme, zu denen, wie damals üblich, leider auch ihre Homosexualität gezählt wurde. Sekula, die in New York öffentlich als Lesbe bekannt war, fand selbst aber nie etwas Schlechtes daran.

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Ria Brodell

Ria Brodell ist ein nonbinary trans Künstler* aus Boston. Brodells Bildserie «Butch Heroes» porträtiert Menschen aus früheren Jahrhunderten, die, weiblich geboren, sich männlich präsentierten. Wie immer, wenn man zurück auf das Leben einer Person schaut, ist es schwierig, Labels zu verteilen, womit Brodell sorgfältig umzugehen versucht. Trotzdem war es Brodell ein Anliegen, herauszufinden, wo trans* Menschen früher waren und wie sie ihre Identität auslebten. Die Bilder sind im selben Stil gemalt wie die Heiligen auf katholischen Gebetskarten: Sorgfältig, bunt, mit viel Detail. Sie sind auch online zu finden, ergänzt mit Informationen zum Leben der Person. (www.riabrodell.com/the-paintings)

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