Mach deine Schule zu einem besseren Ort für dich und deine queeren Mitschüler_innen!

Cora, 22   Studentin aus Olten

Cora, 22

Studentin aus Olten

Kantonssschule, Gymnasium, Berufsschule – hier verbringen wir jungen Menschen sehr viel Zeit. Obwohl mensch in der Schule tolle Erfahrungen machenund grossartige Freund_innen finden kann, tauchen bei uns Falschsexuellen in der Schule manchmal ein paar Probleme mehr auf, als bei unseren cis-heterosexuellen Mitschüler_innen. Sexualität, Liebe und Identität sind Themen, die im Klassenzimmer und auf dem Schulhof thematisiert werden – allerdings meist nur in Form von Heterosexualität, Hetero-Liebe und binären cis-Geschlechtern. Wir bleiben meist unsichtbar. Dagegen müssen wir etwas tun!

Die Schulgruppen entstehen

Leonie geht an die Berufsschule Winterthur und kennt das Problem. «Ich weiss selber gut, wie es ist, sich nicht über persönliche Erfahrungen austauschen zu können oder sich dabei unwohl zu fühlen», sagt sie. Ihre Schule ist eigentlich recht offen, nur manchmal gibt es schon auch blöde Kommentare.

Nuki von der Berufsschule Aarau (BSA) hat ähnliche Erfahrungen gemacht: «Ich habe gemerkt, dass es nicht immer leicht ist, mit gewissen Reaktionen umzugehen.» Die Gruppe der BSA ist noch in der Planungsphase, doch Nuki hat schon ein klares Bild vor Augen: «Es soll ein Ort von Vertrauen, Akzeptanz, Toleranz und Zusammenhalt geschaffen werden.» Um die Situation an ihren Schulen zu verbessern, haben Leonie, Nuki und viele andere junge queere Menschen eine einfache Lösung gefunden: das Gründen einer falschsexuellen Schulgruppe! «Ich hoffe, anderen LGBTQ+ Personen damit einen sicheren Ort zu bieten, an dem sie sich wohl fühlen können», sagt Leonie. «So eine Gruppe hilft uns zu sehen, dass wir nicht alleine sind», meint Nuki. Ziel aller Schulgruppen ist es, dass queere Jugendliche an der Schule einen Ort haben, wo sie der grossartig bunten, fabulösen Queer-Kultur frönen können und sich gegenseitig unterstützen, damit der Schulalltag ein bisschen offener wird.Die Gruppen erhalten Unterstützung von der Milchjugend, organisieren sich aber eigenständig innerhalb ihrer Schulen, ganz nach den eigenen Ideen. So trifft sich eine Gruppe regelmässig zum Zmittag, eine andere chillt in einem Café, einige treffen sich an oder in der Nähe ihrer Schulen oder bei den Queers zu Hause. Kochen, Spiele spielen, plaudern, Diskussionsrunden stehen bei einigen Gruppen genauso auf dem Plan wie gemeinsame Besuche von queeren Events wie Molke 7 Parties und der Pride. Allen, die an ihren Schulen auch gerne eine Schulgruppe hätten, raten Leonie und Nuki: «Traut euch!» Nuki empfiehlt, andere Queers an der Schule in die Planung mit einzubeziehen, um die Aufgaben untereinander aufzuteilen. Leonie betont, dass mensch zuversichtlich bleiben muss, auch wenn sich Herausforderungen stellen. «An den Schulen braucht es oft noch einige Gespräche. Es gibt aber auch skeptische Menschen», erzählen beide und raten daher, sich Unterstützung bei offenen Lehrpersonen zu holen. Es sei ganz normal, sich am Anfang noch etwas unsicher zu fühlen. Doch: «Es lohnt sich auf jeden Fall!»

Möchtest du Teil einer queeren Schulgruppe sein? Unter milchjugend.ch/schulgruppen kannst du herausfinden, ob es an deiner Schule vielleicht schon eine Gruppe gibt, zu der du dazustossen könntest. Falls nicht, nimm die Sache selbst in die Hand und melde dich via Mail bei der Milchjugend (cora@milchjugend.ch). Wir helfen dir und deinen queeren Mitschüler_innen dabei, eure Schule zu einem bunteren Ort zu machen!

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