Gewaltwarnung

Tobi, 22   Student aus Zürich

Tobi, 22

Student aus Zürich

Der Dokumentarfilm «Check it» erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Gang in Washington D.C. – die Mitglieder der Gang tragen nämlich nicht nur Messer und Schlagringe bei sich, sondern auch Mascara und Louis Vuitton. «Check it» ist ein wilder Haufen von afroamerikanischen Schwulen und Transfrauen, die sich zu einer Familie zusammengeschlossen haben und sich gegenseitig Halt geben.

In die Vorstädte verdrängt, wuchsen die Check-it-Leute in einem Klima des strukturellen Rassismus auf; Drogen und Gewalten spielten schon früh eine Rolle im Leben der jungen Menschen. Nicht genug, dass sie aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert wurden, auch in der eigenen Gruppee erfuhren sie wegen ihrer Falschsexualität starke Ablehnung. Kommt hinzu, dass es in Washington D.C. immer wieder zu brutalen Hate Crimes gegen LGBT*s kommt und vor allem Transfrauen in die Sexarbeit gedrängt werden. Als Antwort auf diese Ausgrenzung und die Gewalt, rotteten sich die Check-it-Leute zusammen und verteidigen sich gegenseitig bis aufs Blut.So schön das auch klingt – sich zu einer Familie zusammenfinden – so problematisch ist es auch, dass sich die Wut der Check-it-Leute in neue Gewalt wandelt. So zeigt der Film auch eine Szene, wie die Gang ohne schlechtes Gewissen einen Tankstellenshop ausraubt.

Manche Check-it-Leute suchen aber auch einen Ausweg aus dem Milieu der Gewalt und der Sexarbeit. Eine Möglichkeit bietet ein Wettbewerb, wo sie ihre eigenen Modekreationen vorstellen können. Der Hauptgewinn: Eine Reise an die New York Fashion Week. Ob das gelingt, sei hier nicht verraten. Nur so viel: Dem einfühlsamen Film gelingt es, sein Publikum ganz nah an die Check-it-Gang zu führen. Er zeigt die negativen, aber auch die positiven Seiten der Gang und beleuchtet die verschiedenen Aspekte in respektvoller Weise. Absolut sehenswert!

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