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IN EINEM JAHR BIN ICH...

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IN EINEM JAHR BIN ICH...

Daria, 22   Studentin aus Zürich

Daria, 22

Studentin aus Zürich

Wer bist du in einem Jahr? Wie fühlt sich dann dein Leben an: Es ist Juni, in der Nacht riecht die Luft nach Fluss und Sommer, du sitzt das erste Mal wieder mit deinen Freund_innen draussen. Ist dann alles noch genau gleich, in einem Jahr? Oder ist alles ganz anders?

Wenn wir an die Zukunft denken, kann das verwirrend, beunruhigend, aber auch sehr schön sein. Wenn wir gemeinsam in die Zukunft blicken, ist das leichter – weil wir uns gegenseitig Mut machen können. Wir haben zwei junge falschsexuelle Menschen gefragt, wer sie in einem Jahr sein werden.

Ewa, 19   Studentin aus Zürich

Ewa, 19

Studentin aus Zürich

 

 

 

Wer bist du?

Ich bin Flavia, ein Katzenmensch, dreiundzwanzig, ich studiere Informatik und etwas Gender Studies. Ich rede gerne über Labels, mag mich aber selbst nicht auf ein Gender oder eine Sexualität festlegen. Am ehesten bin ich genderfluid – irgendwo im weiblichen Bereich. Ich bezeichne mich gerne als Demigirl und trans. Und irgendwie lesbisch, aber auch irgendwie offen – einfachheitshalber benutze ich aber das Label lesbisch. Ich engagiere mich ab und zu bei TGNS.

Wer bist du in einem Jahr?

In einem Jahr will ich wissen, was ich ungefähr sein werde – ich will mir meine Zukunft vorstellen können. Das klingt seltsam: In der Zukunft will ich über meine Zukunft Bescheid wissen... Aber ein Jahr ist nun mal nicht besonders lange.

Ich will in einem Jahr nicht erwachsener sein als jetzt. Am liebsten möchte ich später von mir sagen können: Richtig erwachsen geworden bin ich nie. Ich hoffe, dass ich mich nie in dieses hetero- oder homonormative Schema zwängen werde: Einen sicheren Job haben, Kinder planen, in ein Einfamilienhaus ziehen. Viel lieber will ich in einer WG mit vielen Katzen leben. Auch wenn es nicht leicht ist, will ich nie versuchen, gleich zu sein wie andere, so im Sinne von: «Ich bin zwar lesbisch, schwul, trans, was auch immer – aber ich bin doch wie ihr, bitte akzeptiert mich.»

Was sind deine Wünsche, Hoffnungen für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass der queere und feministische Aktivismus grösser und zugänglicher wird. Klar ist es cool, sich in Hinterhöfen und alternativen Cafés zu treffen – ich hoffe aber, dass wir es irgendwann nicht mehr nötig haben. Ich will, dass wir nicht als «speziell» angesehen werden, sondern als eigenen, bereichernden Teil der Gesellschaft. Gewissermassen das Umgekehrte von dem, was die SVP geschafft hat: Wegen ihnen ist es inzwischen normal, ausländer_innenfeindliche Gedanken öffentlich zu teilen. Ich will, dass es völlig normal ist, dass mensch sich für queere und feministische Anliegen einsetzt. Dass mensch stolz darauf sein kann, ein Gutmensch zu sein. Was ich mir auch wünsche, ist, dass wir unser Konzept von Liebe hinterfragen. Dass wir nicht mehr so darauf getrimmt werden, die eine Person zu finden und alles mit ihr teilen, und wenn wir sie nicht finden, sollten wir gleich auf alles verzichten. Das hat fast religionsartige Züge – ich merke das an mir selbst. Für mich persönlich hoffe ich, dass ich in einem Jahr mehr Energie dafür haben werde, mich zu engagieren. Dass meine Depressionen weniger Platz in meinem Leben einnehmen.

Was gibt dir Hoffnung?

Trump! Trump gibt mir wirklich Hoffnung. Diese neue, junge, feministische Bewegung, die Women's Marches, dass so viele Menschen aufstehen und sagen: So geht es nicht. Es gibt mir Hoffnung, dass diese Gegenbewegung so stark geworden ist. Ich hoffe, dass das, wofür Trump steht, auch in einem Jahr nicht normal sein wird. Dass wir uns nie an ihn gewöhnen werden. Und dass wir in vier Jahren eine schwarze Transfrau als US-Präsidentin haben.

 

 

Wer bist du?

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Ich bin Jasmin, im Sommer werde ich achtzehn und erreiche somit endlich die Volljährigkeit. Momentan habe ich noch gut ein Jahr Kanti vor mir. In meiner Freizeit mache ich gerne Sport, zeichne und schreibe. Ich bin ausserdem im Vorstand von whatever, einer Jugendgruppe für LGBTIQA* in Chur, für welche ich die Stadt zuplakatiere und damit möglichst viele Leute auf uns aufmerksam mache. Ich identifiziere mich als lesbisch, aber falls ich mich mal in einen Mann* oder in eine nicht-binäre Person verliebe, dann bin das genauso Ich.

Wer bist du in einem Jahr?

Ich würde gar nicht gross etwas ändern. Ein Traum wäre es, Ärztin zu sein bei Ärzt_innen ohne Grenzen. Und das ist nicht nur ein Traum, ich werde auch darauf hinarbeiten. Das heisst: Nach der Kanti werde ich wohl Medizin studieren.

Wo siehst du dich in einem Jahr?

In Bern an der Uni beim Medizinstudium, ich hab mir das auch schon angeguckt. Sowohl das Studium wie auch die Stadt gefallen mir sehr.

Was sind deine Wünsche, Hoffnungen für die Zukunft?

Für mich persönlich: Ich möchte irgendwann einen Hund haben. Ich liebe diese Dinger. Ausserdem hoffe ich, dass unser Jugendtreff whatever weiterwächst. Momentan sind es 10 Personen, aber ich hätte schon gerne so 20, bis ich mit der Kanti fertig bin.

Die Ehe für alle erhoffe ich mir auch. Und selbst wenn ich mich persönlich nicht kirchlich trauen lassen würde, sollte es jede_r machen dürfen. Auch Adoptionen durch gleichgeschlechtliche Paare oder Einzelpersonen sollten erlaubt sein. Mensch muss doch die Möglichkeit haben, Kinder zu haben, unabhängig von Sexualität oder Beziehungsstatus, und zudem kommt das ja auch den Kindern zugute.

In der Zukunft, die ich mir wünsche, hört auch die Welle von Rassismus und Hass auf. Es kostet ja nichts, Menschen gut zu behandeln.

Gibt es konkrete Dinge, Ereignisse, Veränderungen, auf die du dich speziell freust?

Ich freu mich auf das Uni-Leben, wo ich wirklich machen kann, was ich möchte. Und dass ich dann endlich nicht mehr Geografie lernen muss. Vielleicht habe ich dann auch mal die Richtige an meiner Seite. Ich möchte glücklich sein und nach Hause kommen können zu der Person, die ich liebe.

Was gibt dir Mut, Freude, Hoffnung für die Zukunft? Was stimmt dich optimistisch?

Zu sehen, dass es Veränderungen gibt, vor allem die positiven. Die gleichgeschlechtliche Ehe wird in immer mehr Ländern erlaubt, Transmenschen erhalten immer mehr Rechte et cetera. Es sind kleine Veränderungen, aber viele kleine Veränderungen machen eine Grosse aus. Und all die positiven Rückmeldungen bezüglich unserer Jugendgruppe stimmen mich optimistisch. Es zeigt mir, dass auch andere Leute bereit sind für Veränderung.

Gibt es etwas, was du in einem Jahr sein wirst, jetzt aber noch nicht bist?

Rundum glücklich und zufrieden vielleicht, zumindest ist das eine schöne Vorstellung.

 

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Auf Hass mit Liebe antworten

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Auf Hass mit Liebe antworten

Falschsexuelle knutschen miteinander rum - und das ist dann eine Demo? Genau. Sie heisst Kiss-In.

Dass die katholische Kirche nicht immer der grösste Fan unserer queeren Welt ist, sollte bekannt sein. Aber was sich Vitus Huonder diesen Sommer leistete, liess ein paar Bündner_innen rot werden vor Wut.

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Schon wieder - Eine Kurzgeschichte

Meine Zimmerdecke starrt dich an, aber halb so wild, ich spüre ihre verachtenden Blicke auch gerade. Ein Glück, ist meine Zimmerdecke eine sehr verschwiegene Person und mir gegenüber loyal genug, nichts auszuplaudern. Aber sag mal, wie ist das bei dir so mit der Loyalität? Darf ich das fragen? War mir noch nie ganz im Klaren, welche Fragen erlaubt sind und welche nicht.

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