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Sabrina

  STONE BUTCH BLUES

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STONE BUTCH BLUES

EINE NOVELLE VON LESLIE FEINBERG

Sabrina, 21   Studentin aus Nussbaumen

Sabrina, 21

Studentin aus Nussbaumen

«Bist du ein Junge oder ein Mädchen?» Um diese Frage dreht sich das Leben von Jess Goldberg, der Protagonistin der Novelle «Stone Butch Blues» von Transgenderaktivist_in Leslie Feinberg. Die Handlung spielt in den 60er Jahren in im Bundesstaat New York. Bei der Geburt wird Jess das Geschlecht «weiblich» zugeschrieben, doch damit kann sie sich nie wirklich identifizieren. Bereits in der Schule wird sie wegen ihrem maskulinen Auftreten gehänselt und auch physisch angegriffen. Die Eltern erwarten von ihr, dass sie sich ihrer gesellschaftlichen Rolle als Mädchen entsprechend verhält, da die Familie aufgrund ihrer jüdischen Religion ohnehin schon ausgegrenzt wird. Noch vor ihrem 16. Geburtstag kehrt Jess ihrer Heimat den Rücken, weil sie es nicht mehr aushält. Es verschlägt sie nach Buffalo in die Schwulen- und Lesbenszene. In den Szenebars ist sie fasziniert von den Frauen, die selbstbewusst sehr männlich auftreten und die umgangssprachlich «Butch» genannt werden – daneben die sehr femininen Frauen, die «Femmes». An diesem Punkt ist zu erwähnen, dass zu jener Zeit das Ausleben von Homosexualität in den USA noch verboten ware, ganz zu schweigen von Travestie und Transsexualität. Die Barbesucher_innen lebten in ständiger Angst, in eine Polizeirazzia zu geraten. Auch Jess muss dies mehrmals erleben. Die Polizist_innen verprügeln und vergewaltigen die dort Anwesenden. Oft werden sie über Nacht ins Gefängnis gebracht, wo sie misshandelt und am nächsten Morgen wieder entlassen werden. Jess lässt sich davon aber nicht unterkriegen, sie nimmt sich ein Vorbild an den «Stone Butches», die sich nach aussen hart und unverletzlich geben. In den folgenden Jahren versteckt sich Jess hinter einer solchen Stone Butch Identität, im verzweifelten Versuch, sich so vor den Misshandlungen und den daraus resultierenden Traumata zu schützen. Sie geht Beziehungen mit Femmes ein, welche häufig als Prostituierte arbeiten. Sie schliesst sich der Arbeiterbewegung und dem Stonewall-Aufstand an. Um sich vor Übergriffen und der verhassten Frauenrolle zu schützen, beginnt sie Hormone zu nehmen und lässt sich schliesslich auch die Brüste operativ entfernen. Obwohl sie sich weder ganz als Mann, noch als Butch fühlt, bleibt sie weiterhin ihrer Aktivistenrolle treu und findet darin ihre Lebensaufgabe.

Obwohl Feinberg abstreitet, dass es sich bei dem Werk um eine Autobiografie handelt, sind etliche Gemeinsamkeiten der Protagonistin mit Feinbergs persönlichem Lebenslauf zu finden. Feinberg bezeichnete sich selbst als anti-rassistische_r, jüdische_r, lesbische_r, weibliche_r, transsexuelle_r Kommunist_in und Angehörige_r der Arbeiterklasse. Auf bestimmte Pronomen wollte Feinberg sich nie festlegen.

Feinbergs Werk ist meines Erachtens nach ein Kultexemplar, das die damalige Diskriminierung von Falschsexuellen unbeschönigt und wahrheitsgetreu widergibt. Es hat mich sehr geprägt, es erinnert mich daran, welch weiten Weg wir in den letzten Jahrzehnten zurückgelegt haben und auch, welch weiter Weg noch zu gehen ist. Ich empfehle es allen, die sich mit Themen wie Nicht-Binarität, Transgender oder Homosexualität auseinandersetzen wollen.

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YOUTUBER_INNEN COMING-OUTS

DIE ACHT BESTEN COMING-OUT-VIDEOS VON BEKANNTEN YOUTUBER_INNEN

SHANE DAWSON

Shane ist ein 28-jähriger Youtube-Komiker. 2015 lud er ein Video namens «I’m Bisexual» hoch, in dem er beschreibt, wie schwer es ihm fällt, dieses Video zu machen. Motivation war für ihn, dass es für gewisse Menschen hilfreich sein könnte. Er beschreibt, wie er sich verwirrt gefühlt hatte wegen seiner Sexualität. Shane beneidet die Sicherheit, die in anderen Coming-out-Videos an den Tag gelegt wird, weil er selbst nicht bestimmt weiss, wer er genau ist. Er erzählt von seinem Weg der Unterdrückung seiner Gefühle und wie seine religiöse Familie schlecht über Homosexualität sprach. Irgendwann ging er in Therapie aufgrund seiner Depressionen und lernte sich selbst besser kennen. Am Schluss sagt er, dass seine Sexualität ihn nicht definiert und dass sie nicht sein Leben ausmacht.

DODIE

Dodie schreibt auch ihre eigene Musik. Sie veröffentlichte ihr Video «I’m bisexual WOO» im Mai 2016. Darin erwähnt sie ihre Sexualität, über welche sie schon zuvor gesprochen hatte, jedoch war sie sich damals noch nicht über ihr Label sicher. Sie habe sich früher für «nicht bisexuell genug» gehalten, was sie lange davon abhielt, sich so zu bezeichnen. Sie erzählt in ihrem Video auch von anderen Labels, dass sie noch nicht alles genau erforscht hat und sich gerne überraschen lasse, was auf sie zukomme. Sie beschreibt, dass im 2011 in ihrem Freundeskreis nicht über Bisexualität gesprochen wurde. Es schien gar keine Option gewesen zu sein. Doch nun fühlt sie sich wohl mit ihrem Label.

GIGI GORGEOUS

Die bekannte Fashion- und Beauty-Bloggerin* hat 2016 bereits ihr drittes Coming-out-Video veröffentlicht. Bereits Jahre vor ihrer Transition hat sie sich als schwul geoutet, dann folgte das Outing als Transfrau* und schliesslich das aktuelle Video, in dem sie sich als Lesbe outet, und damit ein gutes Beispiel dafür ist, dass sexuelle Orientierung und Geschlechteridentität nichts miteinander zu tun haben. Sie teilt ihre Ansichten über Liebe und erklärt ihren Fans, dass es okay ist, seine sexuelle Orientierung infrage zu stellen und sie als eher fluid zu betrachten.

STEF SANJATI

An Stefs Transgender-Coming-out-Video fällt speziell ihre Haltung gegenüber ihrem eigenen Körper auf. Sie fühlt sich nicht «gefangen» in ihrem Körper, obwohl sie auch eine gewisse Dysphorie (eine starke emotionale und mentale Belastung aufgrund des zugewiesenen Geschlechts) empfindet und dies auch später in anderen Videos anspricht. Ihr Video ist äusserst körperpositiv und inspirierend. Auch ihre Updatevideos über ihr Leben als Transfrau sind sehr informativ, ehrlich und definitiv sehenswert.

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HANNAH HART

Hannah ist bekannt für ihre «my drunk kitchen»-Videoreihe. Sie hatte ihr Coming-out als Lesbe bereits im ersten Jahr ihrer Youtube-Karriere und Homosexualität ist seither ein oft angesprochenes Thema auf ihrem Kanal. Mittlerweile finden sich sieben weitere Coming-out-Videos von ihr, in denen sie unterschiedliche Aspekte der Homosexualität thematisiert, wie zum Beispiel die Homoehe. 2016 hat sie ihr zweites Buch «Buffering» veröffentlicht, in dem sie von ihrem Leben und somit auch von ihrer Sexualität erzählt.

 
Andrea

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Sabrina

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Milusch

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