Wie gut, dass du an einem unserer Anlässe dabei sein kannst! Wir freuen uns auf interessante Beiträge von dir. Unsere Anlässe sind vor allem dann erfolgreich, wenn gute und unterschiedliche Leute – Leute wie du! – zusammenkommen, um zu lernen und das Leben zu geniessen. Im Gegenzug möchten wir dich um einige Dinge bitten. Bitte lies diese Grundregeln durch.

Respekt – Schenke der Person, die gerade redet, deine ungeteilte Aufmerksamkeit. Auch wenn das Bedürfnis aufkommt, sie zu unterbrechen; gib dir Mühe, das nicht zu tun. Notier dir den Gedanken  und bring ihn später ein. Respektiere die Privatsphäre anderer. Gib nicht Infos über andere preis, die eventuell nicht für alle bestimmt sind (voller Name, sexuelle Orientierung, Genderidentität).

Das Recht, auszusetzen – Es ist immer in Ordnung, mal nichts zu sagen, sich rauszuhalten, auszusetzen. Du kannst dich dafür entscheiden, eine Herausforderung nicht anzunehmen oder einfach nicht zu reden, wenn du dich nicht danach fühlst, etwas beizutragen.

Nicht urteilen – Natürlich können wir untereinander unterschiedlicher Meinung sein – aber ohne die andere Person runterzumachen. Kritisiere das Thema, nicht Menschen.

Diversitäts-Bewusstsein – Die Milchjugend mag nicht hetero sein – dafür aber ganz schön heterogen! Weil wir ganz unterschiedliche Menschen sind, müssen wir auch darauf achten, keine Annahmen über Identitäten zu treffen. Frag höflich nach. Das gilt auch für Umarmungen und andere Berührungen bei Personen, die du noch nicht so gut kennst.

Kontroversen – Wir werden umstrittene Themen genauer untersuchen und unsere Ideen und Vorstellungen herausfordern, auch wenn das unbequem ist. Heikle Themen komplett zu meiden, bringt uns nicht weiter.

 

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Herausforderungen – Stell dich darauf ein, dass manche Themen auch mal unbequem sind. Das ist in Ordnung: Unbequeme Themen sind ein wichtiger Teil des Lernens! Eigene Standpunkte sind nicht immer Fakten, und oft beissen sich eigene Perspektiven mit anderen. Falls ein Thema dir aber nicht nur unbequem ist, sondern dich stark belastet beziehungsweise triggert, lass es die Organisierenden vor der Diskussion wissen.

Gute Absichten – Wir weisen einander darauf hin, wenn jemensch etwas Verletzendes oder Diskriminierendes sagt. Dabei gehen wir davon aus, dass jede_r mit guten Absichten handelt – das heisst nicht, dass manche Aussagen nicht auch mal eine negative Wirkung haben können. Wenn wir einander auf solche negativen Wirkungen hinweisen, wollen wir nicht die Person selbst angreifen.

Vergnügen – Ziel beim Kreieren eines Safe Space ist nicht, unsere Welt zu verbessern, sondern auch, als Community zusammen zu sein, einander zu unterstützen und die Gesellschaft anderer zu geniessen. Entspanne dich und sei du selbst.

Zeit – Wir sind alle hier, um gemeinsam etwas zu erreichen. Respektiere die Zeitpläne der Organisierenden, aber hab keine Scheu, realistische und praktische Vorschläge zu bringen, falls dir Verbesserungen einfallen.

Eine Gruppe – Wir sind gemeinsam für das verantwortlich, was wir erreichen. Höre zu, bring dich ein, stell Fragen. Eine Zusammenarbeit  kann auch mal bedeuten, manches gehen zu lassen – und im Gegenzug Neues zu gewinnen.

Was passiert, wenn jemensch diese Richtlinien nicht befolgt?

Falls etwas gesagt oder getan wird, das dir ein mieses Gefühl gibt und/oder die Richtlinien missachtet, lass es uns so rasch als möglich wissen. Auch dann, wenn du nicht willst, dass wir eingreifen: Erzähls uns trotzdem, damit wir den Überblick haben. Und denk daran, dass du auch selbst Herausforderungen annehmen kannst.

Beispiele, was wir gegen Richtlinien-Verstösse tun können:

Dir zuhören, unter uns, in einem separaten Raum.
Mit den Menschen, die involviert sind, reden.
Um eine Entschuldigung bitten.
Menschen vom Anlass ausschliessen.
Menschen von zukünftigen Anlässen ausschliessen.

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Diese Richtlinien wurden übernommen und angepasst aus: Advocates for Youth, "Requirements by Collaboration" (Ellen Gottesdiener), EdChange Project, and "From Safe Spaces to Brave Spaces" (Arao, Clemens), Trans and Intersex Conference for the Isles, IGLYO