Als ich 2021 zum ersten Mal eine Offene Redaktionssitzung besuchte, sah unser geliebtes Büechli noch ganz anders aus. Vor allem in der Redaktion spürte man die Situation: chaotische Strukturen, schon länger fehlte eine Heftleitung und der Mail-Eingang platzte aus allen Nähten. 2023 haben Janice und Jill dann die Heftorganisation übernommen und damit das Milchbüechli zu einer Zeit aufgefangen, in der es buchstäblich auseinanderzufallen schien. Durch unzählige Stunden des Aufräumens, Aufarbeitens, Aufgleisens und Anleitens, die sie in unser Heft gesteckt haben, steht das Milchbüechli wieder fest auf beiden Beinen und ist bestens gerüstet, um noch viele Jahre weiter jungen Queers Freude bereiten zu können. Nach einer langen, engagierten Zeit haben diese wunderbaren Menschen nun die Heftorganisation des Milchbüechlis abgegeben. Wir möchten uns von Herzen bei euch bedanken – für eure Energie, Kreativität und all die Liebe, die ihr in dieses Projekt gesteckt habt. Damit dieser Safe(r) Space auch weiterhin existiert, übernehmen wir, das sind Élouan, Selina und Sophie, die Heftorganisation.

Élouan Celest

Ich bin Élouan Celest, 24 Jahre alt und benutze dey/deren Pronomen. Mein Outing war eine Achterbahn, geschmückt mit den verschiedensten Labels, die sich immer wieder abgewechselt haben. Als die Fahrt endlich ruhiger wurde und ich mit meiner Sexualität im Reinen war, kam schon die nächste Questioning-Phase. YEEEY GENDER! Das Milchbüechli mit all seinen engagierten, kreativen Herzensmenschen bietet mir einen Ort, an dem ich mich ohne Angst vor Verurteilung entfalten und meiner Geschlechtsidentität Ausdruck verleihen kann. Dank all der cuten Künstler*innen habe ich meine eigene Kreativität wiederentdeckt und lasse diese in meine Freizeit einfliessen, sei dies mit Foto-, Näh- oder sonstigen Kunstprojekten. Neben meinen kreativen Aktivitäten mache ich Aktivismus in mehreren Organisationen, versinke in soziopolitischen Büchern, queeren Biografien oder immer mal wieder in einemn Trash-Liebesroman, ich spiele Roller Derby in Basel und fahre nach einem langen Tag beim Kochen runter.

Selina

Ich bin Selina, 24 Jahre alt und benutze die Pronomen sie/keine. Geoutet habe ich mich anfangs 20 und habe beim Milchbüechli einen Safe(r) Space in der queeren Community gefunden. Ich schätze unsere Treffen sehr und finde es schön, dass alle paar Monate ganz unterschiedliche und kreative Zeitschriften von engagierten und inspirierenden Menschen entstehen. Neben dem Milchbüechli bin ich entweder unterwegs, treffe mich mit Menschen in Cafés oder zum Bouldern, singe im Chor oder bin auf den Rollschuhen. Oft mag ich auch sehr meine Ruhe, dann bleibe ich gerne zu Hause, lese, häkle oder koche. Es ist mir auch wichtig, mich aktivistisch einzusetzen, das Milchbüechli macht da einen wichtigen Teil für mich aus, weil es Freude und Empowerment mitbringt.

Sophie

Ich bin Sophie, 21 Jahre alt und benutze sie/ihr Pronomen. Dass ich queer bin, wusste ich schon früh und bin seit ich vierzehn bin als bisexuell geoutet. 2021 habe ich das erste Mal beim Milchbüechli geschrieben und bin anderthalb Jahre später der Textredaktion beigetreten. Seither habe ich fast ein Dutzend Milchbüechlis in ihrer Entstehung begleitet und vom Texte Schreiben, übers Redigieren und Korrigieren, bis hin zum Illustrieren schon fast alle Ecken der Milchbüechli-Welt erkundet. Damit diese nicht auseinanderfällt, braucht es Menschen, die den Überblick behalten. In der Heftorganisation kommen so für mich all diese Welten zu einer zusammen. Wenn ich gerade nicht am Milchbüechli bastle, büffel ich oft für mein Studium der Linguistik, schreibe Texte für Magazine, Poetry Slams oder einfach nur für mich. Mensch trifft mich auch oft mit Stift und Buch im Café, im Theater und an Konzerten, oder wieder einmal einer neuen Sidequest hinterherrennend. Langweilig wird mir auf jeden Fall nicht.

 

Comments are closed.