Wenn über die Gesundheit von trans Menschen gesprochen wird, denken viele sofort an Hormone. Dabei beinhaltet Gender-Affirming Healthcare (auf Deutsch etwa Geschlechtsangleichende Gesundheitsversorgung) noch viele weitere Aspekte. Eine Transition ist immer individuell und niemensch muss medizinisch transitionieren, um trans zu sein. Dennoch wird euch dieser Text einige der gängigsten Behandlungen und Eingriffe vorstellen.

Die Hormontherapie kann Teil einer medizinischen Transition sein. Dabei werden Testosteronblocker zur Unterdrückung männlicher körperlicher Merkmale, Östrogenpräparate zur Förderung weiblicher Merkmale oder Testosteron zur Förderung männlicher Merkmale eingesetzt.

Eine bei transmaskulinen und nonbinären Menschen häufig durchgeführte Operation ist die Mastektomie. Dabei wird Brustgewebe entfernt, damit der Oberkörper flacher wird. Einige transmaskuline Personen lassen zusätzlich eine Hysterektomie, also die Entfernung der Gebärmutter, durchführen. Zu den geschlechtsangleichenden Operationen gehören ausserdem die Vaginoplastik und die Phalloplastik, bei denen eine Vagina beziehungsweise ein Penis aufgebaut werden.

Manche Menschen entscheiden sich zusätzlich für eine Rhinoplastik, also eine Nasenoperation. Sie kann Teil einer Gesichtsfeminisierung oder -maskulinisierung sein.

Für viele transfeminine Personen gehört auch die Lasertherapie zur Transition. Dabei werden Haare im Gesicht oder am Körper dauerhaft reduziert. Gerade für trans Frauen kann dies ein wichtiger Schritt sein, um sich im Alltag wohler und sicherer zu fühlen.

Ein Thema, das oft vergessen geht, ist die Reproduktionsmedizin. Vor einer Hormontherapie oder bestimmten Operationen können Spermien, Eizellen oder Embryonen eingefroren werden. Das nennt sich Kryokonservierung. So bleibt für trans Personen die Möglichkeit bestehen, nach ihrer medizinischen Transition leibliche Kinder zu bekommen. Trans Männer können auch eigene Kinder austragen, solange eine Gebärmutter und funktionsfähige Eierstöcke vorhanden sind.

Körper, Gesundheit und Reproduktion sind komplexe Themen – bei queeren Menschen sowie bei allen anderen auch.

Queer Emergency bedeutet deshalb auch: Wissen zugänglich machen, Mythen abbauen und Raum für selbstbestimmte Entscheidungen schaffen.

Quelle: Universitätsspital Zürich

Text von Jenni (she/her), 2005, Rheinfelden, FaGe i.A., @jennislife_official
Illustration von Cosmo (er/ihm, they/he)

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