Musik kann vieles sein: laut, leise, tröstend und manchmal auch heilend. Zum Beispiel von Künstler*innen, die sich wie eine Therapiestunde anfühlen und bei denen mensch sich verstanden fühlt. In diesem Text möchte ich euch zwei sehr inspirierende Deutschpop-Künstler*innen vorstellen, die mich stark in meinem Leben prägen. Das sind Madeline Juno und Ness. Ihre Musik ist verletzlich, persönlich und dreht sich auch um gesellschaftliche Themen. Gerade für viele queere Menschen können ihre Songs zu einem Ort werden, an dem Gefühle Platz haben und Erfahrungen verstanden werden.
Madeline Juno ist 1995 in Offenburg, Deutschland, geboren und heute 30 Jahre alt. Sie ist bekannt für ehrliche, emotionale Popmusik. In ihren Texten spricht sie offen über mentale Gesundheit, Herzschmerz, Selbstzweifel, ihre 20er und das Gefühl, in einer komplizierten Welt seinen Platz zu suchen. Ihre Karriere begann mit dem Song «Error». Sie singt aber nicht nur englisch, sondern auch auf Deutsch. An ihrem Konzert im Dezember 2025 war ich dabei, da sind die Fotos für diesen Beitrag entstanden. Meine Lieblingssongs von ihr sind: «Obsolet», «99 Probleme», «Für immer», «Mitte Zwanzig» und «Butterfly Effect». Einige davon wirken fast wie Tagebucheinträge: direkt, ungefiltert und nahbar. Genau diese Offenheit macht ihre Musik für viele Menschen so besonders. Wer ihr zuhört, merkt schnell, hier geht es um echte Gefühle und um den Mut, sich auszusprechen.
Madeline Juno lebte einige Zeit in einer toxischen Beziehung mit sehr viel Love Bombing von ihrem Ex-Partner, sie litt gleichzeitig an einer Essstörung und einer schweren Depression. Momentan ist Madeline Juno schwanger. Sie hat letztes Jahr ihren Mann Marco geheiratet und hat einen Hund. In ihrem Publikum gibt es viele queere Menschen und sanfte Seelen.
Auch Ness ist eine queere Musikerin aus Österreich. Sie ist 2004 geboren, heute 21 Jahre alt, macht auch Deutschpop und setzt stark auf Emotionen und Authentizität. Ihre Songs verbinden sanfte, verletzliche Momente mit kraftvollen Botschaften. Sie spricht offen über ihre Kämpfe aber Mental-Health-Probleme, Body-Image, gesellschaftliche Erwartungen und das Leben als queere Person in einer viel zu komplizierten Welt. Dadurch öffnet sie einen Raum, in dem mensch sich sofort wiederfindet und mit den eigenen Gedanken und Unsicherheiten verstanden fühlt. Für viele queere Menschen haben solche Stimmen eine besondere Bedeutung. Musik kann ein Safer Space sein, ein Ort, an dem mensch sich verstanden fühlt, auch wenn mensch sich im Alltag oft erklären muss. Wenn Künstler*innen offen über Unsicherheit, Heilung oder Selbstakzeptanz singen, entsteht Verbindung. Songs können dann wie Begleiter durch schwierige Zeiten wirken: Sie geben Worte für Gefühle, die sonst vielleicht schwer zu beschreiben sind. Meine Lieblingssongs sind: «Betrunken», «Immer Da» oder auch «Schattenfreunde». Das Bild von Ness ist von ihrem Instagram.
Die Musik der beiden zeigt, dass Heilung kein gerader Weg ist, sondern ein Weg mit vielen Höhen und Tiefen. Gleichzeitig erinnern ihre Songs daran, dass niemensch diesen Weg allein gehen muss. Manchmal reicht schon eine Stimme auf den Kopfhörern, um zu merken: Ich bin nicht alleine und ich bin gut so wie ich bin.

