Einige Reptilien, Fische, Insekten, Vögel und sogar manche Pflanzenarten haben zum Beispiel gar keine XY-Chromosomen, sondern ein ganz anderes System mit Z- und W-Chromosomen, wobei Weibchen zwei unterschiedliche (ZW-) und Männchen zwei gleiche (ZZ-)Chromosomen haben. Die Chromosomen selbst tragen dabei komplett andere Gene als unsere Geschlechtschromosomen.

Bei den Pilzen, die deutlich näher mit uns als mit den Pflanzen verwandt sind, gibt es ein regelrechtes Chaos. Denn sie können sich zum einen asexuell fortpflanzen, wobei sie sich – einfach ausgedrückt – klonen. Zum anderen gibt es die sexuelle Fortpflanzung mit sich selbst oder mit anderen Pilzen mit bis zu tausend Geschlechtstypen.

Bei vielen Fischarten gibt es die sogenannte Dichogamie. Das bedeutet, dass Fische dieser Art im Laufe ihres Lebens ihr Geschlecht wechseln können. Bei Clownfischen ist dies schon länger bekannt. Diese werden geschlechtslos geboren, werden zum Männchen und können als dominantes Männchen zu einem Weibchen werden, sobald kein fortpflanzungsfähiges Weibchen mehr vorhanden ist. Der Wechsel von Männchen zu Weibchen nennt mensch auch Proterandrie. Das Umgekehrte, also vom Weibchen zum Männchen gibt es unter anderem beim Putzerfisch Blaukopf-Junker und wird Protogynie genannt. Die Geschlechtsumwandlung bei ihnen dauert etwa acht Tage. Grundeln können sich je nachdem in beide Geschlechter umwandeln.

Korallen, die Tiere und keine Pflanzen sind, lassen sich keinem eindeutigen Geschlecht zuweisen und produzieren sowohl Eizellen als auch Spermien.

Zum Schluss kommen noch Schnecken, die bekannterweise zwittrig sind, was heisst, dass sie sowohl Männchen als auch Weibchen sind. Bei der Paarung befruchten sie sich entweder gegenseitig oder kämpfen darum, die Eier der Partner*in zu befruchten.

Text und Illustrationen von Sasha (they/er), 2005, Weinfelden

Comments are closed.